Fledermäuse, die Jäger der Nacht, sind ein besonders wichtiger Faktor in unserem Ökosystem. Nacht für Nacht jagen sie Insekten und verspeisen Tonnen davon. Dabei orientieren sie sich durch Ultraschallrufe. Nachdem sie ihre Nahrung verdaut haben, scheiden sie die Reste aus, als sogenannten Fledermaus Guano. Dieser Guano ist ein besonders hochwertiger Dünger. In Asien gibt es Höhlen mit vielen Millionen Fledermäusen. Dort wird der Guano regelmäßig abtransportiert um ihn auf die Felder zu werfen und deren Ertrag um ein Vielfaches zu steigern.

Fledermaus Grpßes Mausohr
Ein Großes Mausohr in einer Höhle im Hönnetal

Auch in den vollkommen dunklen Höhlen bewegen sich die Tiere dank ihres Ultraschall-Navigationssystems sicher und ohne gegen Wände zu fliegen. Vermehrt konnten Höhlenforscher feststellen, dass die Tiere auch über ein ausgesprochen gutes Gedächtnis verfügen müssen. Sind den Tieren die Höhlen bekannt, haben sie eine Art 3D-Karte davon abgespeichert. Sie verringern die Anzahl ihrer Rufe deutlich und scheinen sie nur noch dazu zu nutzen um zu orten, wo sie sich auf der 3D-Karte grade befinden. Gelegentlich kommt es aber vor, dass auf einmal ein Höhlenforscher im Weg steht und so kommt es (selten) zu einem Unfall. Meistens erschreckt sich der Höhlenforscher dabei deutlich mehr als die Fledermaus.

Viele europäische und auch heimische Fledermausarten paaren sich im Herbst. Da dies aber eine sehr ungünstige Zeit für die Geburt von Nachwuchs ist, wird der Samen vom Weibchen aufbewahrt und erst im Frühjahr kommt es zur eigentlichen Befruchtung. Etwa im Juni bringen die Fledermausweiben ein, manchmal auch zwei, Junge zur Welt. In großen Wochenstuben ziehen die Weibchen ihren Nachwuchs groß. Solche Wochenstuben können enorme Ausmaße erreichen. Vom Großen Mausohr sind Wochenstuben mit bis zu 5.000 tieren bekannt. Etwa im August sind die Jungtiere dann so weit, dass sie selbständig versuchen zu fliegen. In Höhlen konnte beobachtet werden, dass die Jungtiere bei ihren ersten Flügen von ihren Müttern begleitet werden. Es scheint, als würden die Mütter ihren Kindern die Höhle zeigen.

Durch die Industrialisierung und später in den 1960iger, 70iger und 80iger Jahren ging die Fledermauspopulation dramatisch zurück, einige Arten starben sogar aus. Erst konsequente Unterschutzstellung und Verbesserung des Umfelds brachten eine leichte Erholung. Inzwischen stehen die meisten Fledermausarten in den FFH-Richtlinien der Europäisch Union.

Für die Fledermäuse ist der Energiespar-Wahn problematisch. Viele Jahrhunderte konnten die Tiere auf Dachböden, in Kirchtürmen oder Ställen Unterschlupf finden um den Tag dort zu verbringen oder um eine Wochenstube einzurichten. Intensive Forstwirtschaft nimmt den Tieren oftmals die dringend benötigten Baumhöhlen und Schlafquatiere. Im Hönnetal selber gibt es zwar viele Höhlen, im Sommer nutzen die Tiere jedoch lieber wärmere Quartiere und fliegen auch teilweise mehrere Kilometer weit von ihren Überwinterungsplätzen weg.

 
 

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)

Die Bechsteinfledermaus gehört zur Gattung der Mausohren (Myotis). Sie erhielt ihren Namen von Johann Matthäus Bechstein, um seine Leistungen im frühen 19. Jahrhundert zu würigen, der sich schon damals für den Schutz der Tiere einsetzte. Die Tiere haben eine Flügelspannweite von 25 bis 29 cm bei einer Körpergröße von 4,5 bis 5,5cm und einem Gewicht zwischen 7 und 14 Gramm. Damit gehört sie zu den mittelgroßen Arten in Europa.

Neben Bodenbewohnern wie Spinnentieren oder Raupen ernährt sich die Bechsteinfledermaus hauptsächlich von Fliegen, Mücken und Nachtfaltern. Ihre Beute jagt sie am liebsten im Wald, in den bodennahen und insektenreichen Waldschichten.

Im Sommer schläft die Bechsteinfledermaus in Baumhöhle. Dazu bevorzug sie alte Wälder mit entsprechendem Totholzbestand. Den Winter verbdingt sie unterirdisch in frostsicheren Quartieren wie Höhlen, Stollen Bunkern oder Kellergewölben.

Die Bechsteinfledermaus ist in Anhang II und Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet und gleichzeitig eine Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung.

 
 

Braunes Langohr (Plecotus auritus)

Das Braune Langohr gehört zur Gattung der Langohren (Plecotus). Es ist in weiten teilen Europas verbreitet, abgesehen vom äußersten Norden sowie äußersten Süden. In östlicher Richtung hat das Braune Langohr ganz Asien erobert, sogar bis nach Japan hat es das Langohr geschafft. Sogar in der Himalaya-Region lebt das Braune Langohr.

In Europa zählt das Braune Langohr zu den mittelgroßen Fledermausarten. Das auffälligste Merkmal dieser Fledermaus sind seine bis zu 4cm langen Ohren. Dazu ist der vordere Ohrrand auch noch stark bewimpert. Während des Schlafs (auch des Winterschlafs) klappt das Tier die Ohren nach hinten unter seine Flügel. Erst vor dem Flug stellt es die Ohren wieder steil auf. Das Braune Langohr erreicht eine Flügelspannweite von 24 bis 29cm, eine Körperlänge von 4,2 bis 5,3cm und wiegt dabei grade mal zwischen 5 und 11 Gramm.

Braune Langohren bevorzugen lockere Laub- und Nadelwälder oder Parkanlagen. Dabei jagen sie ihre Beute oft im dicht bewachsenen Unterwuchs. Ihre Lieblingsspeisen sind Eulenfalter oder Raupen, die sie von Blättern oder Zweigen schnappen. Mit ihrer Beute fliegen sie zu einem Fressplatz, wo sie sich ihre Beute schmecken lassen.

 
 

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)

Die Fransenfledermaus ist eine Vertreterin der Mausohren (Myotis). Ihren Namen erhielt sie zu ehren des österreichischen Zoologen Johann Natterer (1787 – 1843).

Ihren deutsche Namen erhielt sie durch die festen, wie Fransen wirkenden Härchen an der Schwanzflughaut. Ihr Unterfell ist hellgrau bis weiß, dass Rückenfell ist bräunlich grau und ist langhaarig und locker. Bei einer Körperlänge von 4 bis 5cm und einer Flügelspannweite von 24,5 bis 28cm wiegt sie etwa 5 bis 10 Gramm.

Obwohl die Fransenfledermaus zu den Mausohren zählt, erreichen ihre Ohren kaum 2cm. Sie weisen dennoch die typischen Eigenschaften der Mausohren auf, sie sind dünnhäutig, mit einem langgestreckten Ohrdeckel und länger als breit.

Zur Hauptnahrung der Fransenfledermaus gehören Fliegen, Mücken, Nachfalter, Raupen und Spinnentiere. Bevorzugt jagen sie in Wäldern, dabei vorallem in Bodennähe.

Während der Sommerzeit sucht die Fransenfledermaus Unterschlupf in Löchern und Aushöhlungen. Dabei wechselt sie ihren Unterschlupf aber regelmäßig alle 1-4 Tage. Im Winter zieht sie sich in unterirdische Hohlräume zurück um einen frostsicheren Schlafplatz zu finden.

Wie alle anderen Fledermausarten, steht auch die Fransenfledermaus unter Naturschutz.

 
 

Grosses Mausohr (Myotis myotis)

Das Große Mausohr ist die größte Art der heimischen Fledermäuse, mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 6,7 bis 8,4 cm und einer Flügelspannweite zwischen 35 und 43cm. Ein ausgewachsenes Mausohr wiegt zwischen 28 und 40 Gramm. Typisches Erkennungsmerkmal dieser Fledermausart sind die Mausohren, sie sind lang und breit. Ihr Fell ist hellgrau gefärbt, die Bauchseite sogar weißgrau. Sicher unterscheiden zum Kleinen Mausohr kann man das Große Mausohr durch die Anzahl der Ohrfalten. Während das Kleine Mausohr nur 5-6 aufweist, weist das Große Mausohr 7-8 Ohrfalten auf.

Das Große Mausohr ist in weiten Teilen von Mittel-, Süd-, Südost und Westeuropa verbreitet. Nach Norden hin trifft man bis nach Schleswig-Holstein auf die Tiere. Bis 1985 gab es wohl noch einzelne Vorkommen in Großbritannien, diese gelten aber ab 1990 als ausgestorben.

Am wohlsten fühlt sich das Große Mausohr in offenem Gelände, über Wiesen und Feldern, am Waldrand aber auch in der Nähe menschlicher Siedlungen. Während des Sommers verstecken sich die Tiere oft in Dachstühlen und Kirchtürmen oder unter Brücken. Im Hönnetal findet man sie aber auch im Sommer in den Höhlen. Weibchen schließen sich gerne zusammen zu größeren Gruppen um den Nachwuchst aufzuziehen, sie bilden dann sogenannte Wochenstubenkolonieren. Diese umfassen zwischen 50 und 1.000 Tieren, in Ausnahmen bis zu 5.000 Tiere. Ein Weibchen bringt jedes Jahr nur ein Junges zur Welt. Den Winter verbringt das Große Mausohr unterirdisch in Höhlen, Stollen oder Kellern.

Hauptnahrung des Großen Mausohrs sind Großlaufkäfer, Spinnentiere und Hundertfüßler. Während ihres Flugs in 1-2m Höhe orten die Mausohren ihre am Boden lebende Nahrung, oft auch durch Raschelgeräusche die diese verursachen.

Die Zahl der Großen Mausohren hat bis in die 1980iger Jahre dramatisch abgenommen. Erst seit sie streng geschützt sind durch die Bundesnaturschutzverordnung nimmt ihre Zahl wieder zu. Inzwischen gilt der Bestand der Fledermäuse wieder als stabil. Trotzdem sind sie durch die Europäische Union durch die FFH-Richtlinien in den Anhängen II und IV geschützt. Für die Tiere müssen spezielle Schutzgebiete ausgerufen sein und auch außerhalb von FFH-Schutzgebieten sind sie streng geschützt.

 
 

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Die Mopsfledermaus gehört zu den Glattnasen. Mit einer Körpergröße von 4,5 bis 5,8cm, einer Flügenspannweite von 26 bis 29m und einem Gewicht zwischen 6 und 13 Gramm, zählt sie zu den mittelgroßen Fledermäusen in Europa. Auffällig ist ihre mopsige Schnauze, nach der sie auch ihren Namen bekam. Ihr Fell und auch die Flughäute sind schwarz, nur die Bauchseite ist dunkelgrau. Ihre Ohren sind breit und an der Basis zusammengewachsen.

Die Hauptnahrung der Mopsfledermaus besteht aus kleineren Insekten wie Käfern, Nachtfaltern und Mücken. Bevorzugt jagt sie in der Nähe von Wäldern. Sie zieht schon in den frühen Abendstunden los zur Jagt und ist gelegentlich in der Dämmerung zu sehen. Dabei stößt sie Ultraschalllaute zwischen 30 und 35 kHz aus. Will man sie jagen sehen, hat man die besten Chancen wenn man den Blick in die Baumkronen richtet.

Neueste Untersuchungen der Mopsfledermaus haben gezeigt, dass sie auch bei der Jagt nur wenige Signale ausstößt. Dafür stößt sie gleich zwei verschiedene Signale aus, eines aus dem Mund und eines aus der Nase. Das Nasen-Signal dient zur Jagt um Beute aufzuspüren. Das Mund-Signal dient der Orientierung zwischen den Ästen der Bäume. Auf der Jagt erreicht die Mopsfledermaus Geschwindigkeiten von bis zu 10 m/s.

Die Mopfledermaus Weibchen bilden Wochenstuben in Bäumen in den Wäldern oder in angrenzenden Gebäuden. Die Quartiere werden fast täglich gewechselt. Da die Mopsfledermaus sehr unempfindlich gegen Kälte ist, zieht sie sich meist erst bei starkem Frost in ihr Winterquartier zurück. Und selbst in den Winterquartieren bleibt sie Eingangsnah und schläft dort bei Temperaturen von nur zwei bis fünf Grad. Entsprechen kurz ist auch ihr Winterschlaf. Frühestens im November beziehen sie ihren Winterschlafplatz und verlassen ihn spätesten im März bereits wieder.

Die Verbreitung der Mopsfledermaus reicht über ganz Europa und den Mittelmeerraum. In Deutschland gibt es einige wenige Kolonien, meist sind Einzelfunde verzeichnet. Ihr Bestand gilt als gefährdet, weshalb sie auch auf der Roten Liste steht. Die Mopsfledermaus wird von der Europäischen Union in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und gilt somit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. In Deutschland ist die Mopsfledermaus als eine Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft.

 
 

Teichfledermaus (Myotis dasycneme)

Die Teichfledermaus ist ein weiterer Vertreter der Mausohren. Mit einer Körpergröße von 5,7 bis 6,7cm, einer Flügelspannweite von 20 bis 30cm und einem Gewicht von 14 bis 20g gehört sie zu den großen europäischen Fledermausarten. Ihr Bauchfell ist weißgrau bis gelbgrau, ihr Rückenfell meist dunkelgrau gefärbt. Besonderes Merkmal dieser Fledermausart sind die, mit langen Borsten behaarten Füße und das kurze rotbraun behaarte Gesicht. Optisch ähnelt sie der Wasserfledermaus und ist leicht mit dieser zu verwechseln. Deutlichstes Unterscheidungsmerkmal ist die Größe. Die Teichfledermaus wird deutlich größer als die Wasserfledermaus.

Auf die Jagt geht die Teichfledermaus über größeren Wasserflächen wie Seen und Flüssen. Im Flug fängt sie Zuckmücken, Köcherfliegen und andere Insekten die in um am Wasser leben. Gelegentlich gelingt es der Teichfledermaus sogar kleinere Fische zu fangen, die sich unmittelbar unter der Wasseroberfläche befinden.

Ihre Sommerquartiere suchen sie die Tiere vornehmlich in der Nähe von größeren Gewässern. Man trifft sie oft in Dachgiebeln oder hinter Verschaltungen von Häusern an. Wochenstuben der Weibchen können bis zu 500 Tiere groß sein. Im Winter sucht auch diese Fledermausart die unterirdischen Hohlräume zum Schutz vor Frost auf. Erstaunlich sind die Entfernungen die zwischen den Sommer- und Winterquartieren liegen können. Es wurden schon Entfernungen von 300km nachgewiesen zwischen den beiden Quartieren.

Verbreitet ist die Teichfledermaus im nördlicheren Mitteleuropa bis nach Osteuropa. In Deutschland ist sie nicht besonders häufig anzutreffen, gibt aber allgemein nur als gering gefährdet. Trotzdem ist auch diese Fledermausart unter Naturschutz. Die Teichfledermaus wird von der Europäischen Union in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und gilt somit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

 
 

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Sonogramm der Wasserfledermaus

Die Wasserfledermaus ist Mitglied der Mausohren und verdank ihren Namen ihrem Jagtverhalten. Sie stellt ihren Beutetieren in geringem Abstand über der Wasseroberfläche nach. Der lateinische Name ehrt den französischen Zoologen Louis Jean-Marie Daubenton.

Auffällig für die Wassefledermaus sind ihre enorm großen Füße und das wenig behaarte rotbraune Gesicht. Mit 24 bis 27,5cm Spannweite, einem Gewicht von 7 bis 15g und einer Körpergröße von 4,5 bis 5,5cm zählt sie zu den mittelgroßen Fledermausarten. Optisch ähnelt sie stark der Teichfledermaus, ist jedoch deutlich kleiner. Dank ihrer besonders gut ausgebildeten Muskeln zur Echoerzeugung, kann die Wasserfledermaus bis zu 160 Rufe pro Sekunde ausstoßen.

Ihr Nahrung sucht sich die Fledermaus über Gewässern. Nur wenige cm über der Wasseroberfläche Jagen die Tiere den Insekten hinterher. Selbst im Wasser gelandete Insekten fischt die Wasserfledermaus problemlos heraus. Gelegentlich gelingt ihr auch der Fang von kleinen Fischen.

Während des Tags verstecken sich die Tiere in Baumhöhlen in den Wäldern. Zwischen ihrem Quartier und ihrem Jagtgebiet können zwei bis drei Kilometer liegen. Dabei fliegt sie immer die Gleiche Bahn von ihrem Unterschluf zur Jagt und umgekehrt. Oft sieht man sie bereits in der Dämmerung fliegen. Im Winter sammeln sich die Wasserfledermäuse gerne in Verbänden um gemeinsam in frostsicheren Unterkünften zu schlafen.

Die Paarung erfolgt im Winter. Die Männchen suchen sich ein Weibchen und wecken es mit Bissen ins Genick. Sobakd das Weibchen wach ist, wird sie begattet. Da die Weibchen bei der Paarung noch in der Aufwachphase und deshalb geschwächt sind, ist ein Balzen um die Weibchen nicht vonnöten. Nach dem Paarungsakt suchen sich beide Tiere wieder einen Schlafplatz und setzen den Winterschlaf fort.

Die Wasserfledermaus kommt fast überall in der gemäßigten Klimazone vor, von Irland und Großbritannien bis nach Japan und Korea.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fledermausarten wird die Wasserfledermaus nicht in der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt, da sie relativ häufig vorkommt und ihr Bestand derzeit als gesichert gilt.

 
 

Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Die Wimperfledermaus ist eine Vertreterin der Mausohren. Bei einer Körpergröße von 4,1 bis 5,3cm und einer Spannweite von 22 bis 24,5cm wiegt sie zwischen 7 und 15g. Mit diesen Maßen zählt sie zu den mittelgroßen Fledermausarten. Ihr Rückenfell ist lang und wollig, grauer Basis, strohgelber Mitte und rost-braunen bis fuchsroten Spitzen. Ihre Ohren sind mittelgroß und weisen am Außenrand des oberen Drittelt eine fast rechtwinklige Einbuchtung auf. Sie haben sechs bis sieben Querfalten. Die Flughäute der Wimperfledermaus sind graubraun gefärbt. An der Schwanzflughaut wachsen feine Haare an der Dorsalseite, die den freien Rand der Schwanzflughaut überragen. Aufgrund dieser Härchen erhielt sie ihren Namen.

Die Wimperfledermaus scheut die Helligkeit nicht, auch in ihren Sommerquartieren ist es mitunter für Fledermäuse sehr hell. Gerne hängt sie auf Dachböden, deren Temperatur zwischen 25 und 30° Grad liegt. Im Winter ziehen sich die Tiere in Höhlen, Stollen und Bunker zurück, um vor dem Frost sicher zu sein. Hier bevorzugen sie Orte, deren Temperaturen zwischen 6 und 9° Grad liegen, nur sehr selten darunter. Damit sind die Höhlen des Hönnetals schon fast grenzwertig, da in den meisten dieser Höhlen grade mal 7° Grad vorherrschen. Meist hängen die Tiere alleine, nur selten schließen sie sich zu Gruppen zusammen. Wenn sie aber in Gruppen überwintern, kann dies auch mit anderen Arten die dem Großen Mausohr oder der Bechsteinfledermaus geschehen.

Die Wimperfledermaus ist in Süd- und Mitteleuropa heimisch, über den Balkan bis nach Kleinasien bis in den Kaukasus. In den südlicheren Regionen lebt sie fast ausschließlich in den Höhlen, in den kühleren Regionen bevorzugt sie Schlafplätze an wärmeren Orten, z.B. an Häusern.

Kleine Insekten wie Mücken oder Fliegen, Falter und Webspinnen sind die bevorzugte Nahrung der Wimperfledermaus. Sie jagt im Flug in völliger Dunkelheit. Erst wenn die Sonne untergegangen ist, kommt sie aus ihrem Versteck heraus. Ihr Jagtgebiet liegt meist keine 500m von ihrem Schlafplatz entfernt. Dort jagt sie dann relativ bodennah oder dich über Wasserflächen.

Die Wimperfledermaus wird von der Europäischen Union in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geführt und gilt somit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.