Vor etwa 390 Millionen Jahren (im Zeitalter des Devon) lag das heutige Hönnetal auf Höhe des Äquators. Zu dieser Zeit befand sich hier ein tropisches Meer mit Wassertemperaturen von etwa 24°C. In diesem Gewässer lagerten sich Sandsteine ab. Lokal bildeten sich erste Korallenriffe. Gemeinsam bilden die Sandsteine und Kalke heute die sogenannten “Unteren Honseler Schichten”. Wenig später lagerten sich auch die “Oberen Honseler Schichten” ab. Eben aus diesen entspringt heute die Hönne bei Neuenrade.

Ab etwa 360 Millionen Jahre bildete sich ein etwa 120km langes Korallenriff in einer großen Lagune, südlich des sogenannten “Old-Red-Kontinents”. Über einige Millionen Jahre wuchsen diese Korallen und bauten aus ihren Kalkskeletten einen Komplex auf. Durch das eigene Gewicht wurden die Skelette der bereits abgestorbenen Korallen zu massivem Kalkstein zusammengepresst. So gewann der Kalkstrang eine Mächtigkeit von über 1.000m.

Während des Wachstums des Riffs wurden vom Old-Red-Kontinent eisenhaltige Sedimente angespült, die sich in vorhandene Klüfte und Spalten im Riffkomplex gesetzt haben.

Viele Millionen Jahre später, in der Kreidezeit vor etwa 125 Millionen Jahren, lag das Hönnetal bereits einiges weiter nördlich. Der Kalkzug wurde langsam aus dem Meer gehoben und befand sich nun über dem Meeresspiegel. Verkarstung (Lösungsprozess des Kalksteins durch Wasser und Kohlensäure) setzte ein und es bildeten sich erste Höhlen und Hohlräume. Einen solchen Hohlraum gab es damals in der Nähe von Beckum: Ein tiefer, wassergefluteter Schacht. In dessen Nähe verendeten Dinosaurier, andere Reptilien und auch kleine Säugetiere. Ihre Knochen werden heute von Wissenschaftlern des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe  (LWL) ausgegraben.

Nach der Kreidezeit verschwand der Kalkzug noch einmal für kurze Zeit im Meer, um wenig später endgültig empor gehoben zu werden. Vor 23 Millionen Jahren wurde das Sauerland geschaffen, wie wir es heute in etwa kennen. Mit dem Sauerland wurde auch der Kalkzug angehoben und somit der Verkarstung ausgesetzt. Dank des hydraulischen Gefälles, welches mit der Hebung des Sauerlands entstand, war es dem Wasser nun möglich, größere tiefe Täler in das Gestein zu graben.

Eine letzte große Veränderung erfuhr das Sauerland während der letzten Eiszeiten. Bis vor unsere Haustür reichten die Gletscher und veränderten sogar den Verlauf von Flüssen. Die Gletscher verhinderten das Abfließen der Wässer und so bildeten sich große Eisstauseen. Als diese Seen brachen, verursachten sie große Fluten, die Felsen und Geröll mitrissen. Täler wurden mehrere Meter hoch mit Geröll aufgefüllt.

Vor etwa 12.000 Jahren endete die letzte Eiszeit und es wurde wieder wärmer. Die Pflanzen und Tiere kamen zurück und der Mensch eroberte endgültig das Sauerland und natürlich auch unser Hönnetal.