Libellen gehören zur Klasse der Insekten. In Deutschland gibt es etwa 85 Arten, von denen aber nicht alle an der Hönne vorkommen. Die hier vorkommenden Arten haben eine Flügelspannweite von 2 bis 11 cm. Den Namen Libellen erhielten die Tiere durch Guillaume Rondelet 1558, der die Tiere in seinem Werk “L’histoire des poissons” wie folgt beschrieb:

„Ein kleines Insekt könnte Libellula fluviatilis genannt werden, da sein Körperbau einem Meeresfisch ähnelt, der Zygaena oder Libella heißt. Er hat die Form einer Wasserwaage, wie sie die Architekten verwenden, und wird in Italien auch Hammerfisch genannt. Jenes Tier ist sehr klein, hat die Form eines ‚T‘ oder einer Wasserwaage, besitzt aber auf jeder Seite drei Beine. Der Schwanz endet in drei grünen Spitzen, mit deren Hilfe das Tier schwimmt.“

Schlupf eines Vierflecks (libellua quadrimaculata)

 

 

Während der Karbon-Zeit sind mehrere Vorfahren der heutigen Libellen bekannt. Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Vorfahren sind die Riesenlibellen Meganeura monyi mit bis zu 70cm Flügelspannweite und Meganeuropsis mit bis zu 72cm Flügelspannweite. Umweit des Hönnetals wurden weitere Urzeit-Libellen gefunden, in den Fossilienfundstelle in der Ziegelei in Hagen Vorhalle.

Libellen zeichnen sich durch ihren außergewöhnlichen Körperbau bzw. Flugapperat aus. Sie haben zwei Flügelpaare, die unabhängig voneinander bewegt werden können. Durch diesen Trick der Evolution sind sie zu ungewöhnlichen Flugmanövern in der Lage, abrupte Richtungswechsel, in der Luft stehenbleiben oder sogar rückwärts fliegen ist möglich. Vorwärts können sie bis zu 50 km/h erreichen. Dabei schlagen sie mit etwa 30 Flügelschlägen pro Sekunde.
Im Gegensatz zu anderen Insekten können Libellen ihre Flügel nicht nach hinten wegklappen. da ihre Flugmuskeln direkt an den Flügeln ansetzt und sie kein Flügelgelenk besitzen.

Der Kopf der Libellen ist deutlich von den Brustsegmenten getrennt und dadurch extrem beweglich. Auffällig sind die großen Facettenaugen, die bei einigen Arten aus bis zu 30.000 Einzelaugen bestehen können. Zwischen den Facettenaugen auf der oberen Kopfseite (quasi ihrer Stirn), befinden sich drei kleine Punkte. Dies sind vermutlich Gleichgewichtsorgane und dienen zur Kontrolle der Flugbewegungen. Die Mundwerkzeuge und besonders die Mandibeln sind kräftig entwickelt und bezahnt (daher der wissenschaftliche Name „Odonata“).

Der Brustteil der Libellen ist dreiteilig aufgebaut, wie bei allen Insekten. Der langgestreckte Hinterleid besteht aus zehn Segmenten. Dieser bewirkt eine Stabilisierung des Flugs der Libelle. Außerdem dient der Hinterleib der Paarung und muss dementsprechend beweglich sein. Männchen besitzen zusätzlich eine Greifzange am Ende des Hinterleibs, um das Weibchen bei der Paarung festhalten zu können.

Libellen leben meist in der Nähe von Gewässern, da ihre Larven auf Wasser angewiesen sind. Sie bewegen sich aber teilweise für mehrere Wochen weg von Gewässern. Besonders Weibchen sind selten an Gewässern zu finden, da sie ansonsten sofort von den Männchen zur Paarung gezwungen würden.

Libellen sind Raubtiere und ernähren sich hauptsächlich von anderen Insekten. Sie sind nicht besonders wählerisch und greifen alles an, was sie überwältigen können. Ihre Opfer fangen sie im Flug mit ihren Beinen. Sie jagen an Gewässern, aber auch über Wiesen und an Waldrändern. Libellen haben jedoch auch Fressfeinde, dazu zählen in erster Linie Frösche, Vögel und Fledermäuse. Auch Wespen, Webspinnen und Ameisen können Libellen gefährlich werden, wenn sie sich nach ihrer letzten Häutung aus der Exuvie herausarbeiten.

Zwei Drittel der etwa 85 in Deutschland heimischen Arten sind gefährdet, 20% sind sogar vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund stehen sämtliche Libellenarten unter Schutz. Ursachen für den Rückgang der Libellenpopulationen sind unter anderem die Trockenlegung oder Verschmutzung vieler Gewässer, die von den Larven der Liebellen genutzt wurden.